Mittwoch, 21. März 2018

FO: Carpet Bag von Machwerk als Projekttasche

Der Meinige bemängelte glaubhaft und nachvollziehbar, dass allerlei angefangene Strickprojekte in alten Jutebeuteln an Stühlen, Sesseln und Haken im Wohnzimmer herumhängen. Das sieht nicht so schön aus. Ob man das nicht hübscher aufbewahren könne? Könnte man dafür nicht einmal eine Tasche nähen?
Man kann!
Tatsächlich hatte ich mir genau zu diesem Zwecke schon vor mehreren Monaten die Anleitung  für die Griselda "Machwerk" Carpet Bag besorgt. Die Öffnung dieser klassischen "Doktortasche" in vier Größen wird durch einen Metallrahmen aufgespannt, der im Handel nicht so einfach aufzutreiben ist. Ich habe daher zwei kleine und einen großen Rahmen mitbestellt um mittelfristig meinen in die Jahre gekommenen und nicht wirklich hübschen Strickkorb zu ersetzen und mit ein bis zwei kleineren Projekttaschen zu ergänzen. und zwischen den Jahren endlich Anlauf genommen für ein kleines Projekttäschchen.
Bei den Stoffen lag noch ein hübscher fester Möbelstoff von Ikea. Boden, Ecken und Dingens für den Rahmen sollten aus passendem roten Leder werden, das hier noch herumflog. Die Anleitung ist eigentlich gut beschrieben und einleuchtend, und wenn man sie vorher gut durchliest - denn ein oder zwei Schnitteile werden nur als Rechteck mit Maßangabe im Text erwähnt - dürften eigentlich keine Schwierigkeiten auftreten. 
Ich war allerdings unkonzentriert, dauererkältet und von einem lebhaften Kleinkind immer wieder abgelenkt. Das führte zu allerlei dummen Fehlern beim Zuschneiden, für die Griselda wirklich nichts kann. Nunja. Der petrolfarbene Streifen aus dem Futterstoff rettet den vermurksten Zuschnitt, aber ärgerlich ist das schon. 
Hier ein Teaserbild. Weitere Fotos folgen, sobald ich sie vom Handy auf den Rechner... (örks).


Freitag, 26. Januar 2018

FO: Schäfchen zählen.

Anfang Dezember gab es eine kleine Überraschung in der Kita. Im Postfach für die Eltern lag ein Zettel - in zwei Wochen spielt Junior im Krippenspiel ein Schaf!
Einerseits war ich überrascht - Es gibt ein Krippenspiel?!? - anderseits nicht.
Natürlich spielt er ein Schaf! was sollen 20 anderthalbjährige denn auch sonst spielen?

Für das Kostüm gab es keine Vorgaben. Weiße Bodies und Strumpfhosen (oder schwarze) sollten genügen.
Unter den Eltern brach dann doch schnell ein gewisser Ehrgeiz aus. Und bevor ich wusste, was ich da tue, habe ich vorgeschlagen, für 8 kleine Schäfchen die Kostüme zu nähen.
Für 12 Euro bekam man eine flauschige weiche Polyesterwohndecke im Kaufhaus - zwei Stück reichen gut für 8 Schafe in Größe 92.
Basis ist im weitesten Sinne der Jawepu, an die Kapuze kamen die Ohren von PurlSoho's Lamb Bonnet
Ich hatte noch genug Vichy-karo für 16 Ohren - na, dann haben eben vier Lämmlein blaue Ohren. Das soll so! 
Die Armausschnitte sind keine, sondern nur 20 cm lange Löcher in der Seitennaht. Der Halsausschnitt wird durch einen geraden Schnitt von ca. 5 cm entlang der vorderen Mitte erweitert. Eine Schleife dient als Verschluss und Zierde und passt zum Ohr.
 Die Lammschwänzchen sind etwa 15 cm lang, frei improvisiert und mit etwas Lammstoffrest gefüllt.
Ein bisschen Stoff war noch übrig. Das reichte noch für sieben kurze Hosen. Das achte Schaf bekam eine Hose aus Vlies von seiner eigenen Mama genäht.

Hier ein paar Eindrücke von der Anprobe - die Rasse ist offenbar eine blaubeinige Hanseschnucke.

Schnuckelig!
Und Karneval ist damit auch schon abgehakt. Hurra!

Montag, 18. Dezember 2017

Das Monsterbuch der Monster.

Mitte Oktober wurde Junior endlich getauft.
Je näher der Termin rückte, desto mehr Sorgen machten wir uns, ob er wohl stillsitzen würde.
Das ist ja der Vorteil, wenn man Säuglinge tauft - sie laufen nicht weg. Vielleicht weinen sie, aber sie sitzen, bzw. liegen, notgedrungen still.
Nun gibt es ja genau aus diesem Grund im amerikanischen Bible Belt fleißige und kluge Menschen, die sich ein faszinierendes und vor allem leises Spielzeug ausgedacht haben, mit denen kleine Menschen in großen Kirchen zu beschäftigen sind.
Spielbücher heißen im Original nicht umsonst "Quiet Books".
Und zum Glück gibt es allerlei Anleitungen im Internet, einige davon sogar kostenlos.
So wie bei Teenytinymom - danke!
Ich habe mich für das Monsterbuch entschieden. Das Format habe ich beherzt verkleinert. Reduktion aufs Wesentliche!





Außerdem kann Junior es leichter bedienen, wir können es leichter transportieren, und außerdem hatte ich noch diesen 2-Ring-Ordner hier...

Statt Filz habe ich Stoffreste und Leder genommen. Knöpfe, Hosenträgerverschlüsse, Reißverschlüsse flog hier alles noch herum - nur die Spiegelfolie musste ich kaufen.
Hier sind Augen und der Bauchnabel aus KamSnaps.
Die Seiten sind mit Vlieseline hinterlegt und mit Ösen versehen. So kann man sie einzeln herausnehmen und tauschen.
Leider gibt es bisher nur vier Monster.
Leider, denn das macht echt Spaß!
Zum Glück, denn das frisst echt viel Zeit alles.
:-)

Die Taufe verlief übrigens tadellos. Junior saß brav  auf der Kirchenbank, verfolgte das Geschehen mit großen Augen, und gab bei der Zeremonie keinen Mucks von sich.
Die Monster haben wir nicht einmal ausgepackt...
... aber er spielt natürlich trotzdem damit. Je öfter, desto lieber...
Und ich mache sicher noch mehr. Muss ja nicht immer ein Monster sein.
Und der Ordner braucht noch einen angemessenen Buchumschlag. Vielleicht aus dem roten Zottelflausch? Mit Zähnen?
Kommt Zeit, kommt Rat.

Freitag, 15. Dezember 2017

FO: Copycat

Einer meiner besten Freunde hat einen Lieblingspullover.
Ein Pullover, den er wahrscheinlich besitzt, seitdem ich ihn kenne - zumindest fühlt es sich so an.
Ein grob gestricktes, inzwischen recht ausgeleiertes Lieblingsteil mit Kuschelkragen und in einer nichtssagenden, schlammgrauen Farbe, die zu allem passt.
Und so langsam fällt er auseinander.
Und ja, natürlich kann man den nochmal nachstricken.
Vor allem, wenn man dem wirklich sehr guten Freund damit eine Freude machen kann, denn das kann er - wie jeder von uns - brauchen.
Hier ist das gute Stück.
Merkmale:
Auffälliger wandernder Zopf auf kraus-linkem Hintergrund über echt sehr viele sehr dicke Maschen.
Keine Bündchen.
Relativ kastig geschnitten.
Hoher, vorne offener, geknöpfter Kragen.
30%Wolle, 70% Acryl.
Ich nehme den Pullover mit ins Garn-Geschäft. Ein hoher Acrylanteil ist in mehrfacher Hinsicht sinnvoll: einerseits würde der Pullover aus reiner Wolle (in superbulky) nicht nur wahnsinnig schwer, sondern auch unglaublich warm. Andererseits verträgt der Freund keine reine Wolle.
Ich kaufe 16 Knäuel Lana Grossa Mille II in (gewünschtem) dunkelblau - genau das gleiche Garn in derselben Farbe habe ich für "Borowski" verwendet. (Schade, es gab auch ein wunderbares weinrot ...) Das waren, wie ich jetzt weiß, natürlich 2 Knäuel zu wenig, aber das ist ja immer so.

Der Rest ist im Endeffekt reine Abzählerei - wieviele Maschen pro Reihe, wieviele Reihen, wer zopft sich wann nach wo? Die Zöpfe müssen aufgrund der Dicke auch mit gerichteten Zu-und Abnahmen bewegt werden, einige Male ist mir dabei eine Masche verloren gegangen, aber ich hoffe, das fällt nicht auf.
Das Rückenteil ging schnell. Das Vorderteil zog sich unendlich lange hin. Die dicken Nadeln! So unförmig, so belastend für die Handgelenke! Dieser ent.setz.lich.e Zopf! 8 über 8 in superbulky!
Die Schultern habe ich zusammengehäkelt. Der Kragen war einfach. Die Ärmel habe ich von oben eingestrickt, wenn auch mit sehr flacher Armkugel, weil ich nicht so dicke Nähte wollte. Daher habe ich die Nähte nach dem Waschen und Blocken auch einfach -wie im Original- mit der Nähmaschine genäht. Und dann flach gedämpft.
Er ist mit Absicht etwa 10 Reihen länger als das Original, wirkt aber etwas schmaler - wohl weil er noch nicht getragen und geleiert wurde - und ist deutlich schwerer - die Mille II hat eben einen Wollanteil von 50% statt nur 30%.

Ansonsten bin ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Die Knöpfe für den Kragen muss der Freund selber aussuchen, aber das schafft er. Hoffentlich passt alles. Hoffentlich verträgt er das Garn. Hoffentlich fragt er mich nie wieder nach so etwas.
Frohe Weihnachten!

Die harten Fakten:
Copycat kopiert den vorliegenden Pullover
angefangen:  17. November 2017
fertiggestellt:  03. Dezember 2017
Garn: Lana Grossa Mille II (nachtblau 012)
verbraucht: fast 18 Knäuel
Größe/Maße: wie Vorlage (XL)

Montag, 27. November 2017

Kopieren geht über Studieren. FO: Master Charles für Junior

Früher(TM) habe ich sehr eng an Anleitungen gehangen. Grenzenlos die Bewunderung für Menschen, die eigene Pullover entwerfen konnten! Das  muss doch wahnsinnig schwierig sein! Und wenn man schon nicht selber eine so grundlegende Vorstellung von davon hat, was man produzieren möchte, dass man es aus dem Nichts und etwas Wolle entwerfen könnte - dann wenigstens etwas sehen, was einem gefällt, und das einfach nachstricken können... Traumhaft!
Stellt sich raus, nach nur wenigen Jahren - in meinem Fall etwa 10 - regelmäßigen Strickens ist das gar nicht mehr soo schwierig. Zumindest ist es kein Hexenwerk. Ein aktuelles Beispiel ist Juniors neuester Pullover, den er zu seiner grenzenlosen Freude Gleichgültigkeit zu Weihnachten bekommen wird. (Das Kind ist anderthalb. Papier und Schleife werden in deutlich mehr interessieren.)

Jedenfalls hatte ich schon seit Urzeiten (etwa Juli 2011!) den "Master Charles Sweater" in meiner Zu-Stricken-Liste bei Ravelry. So ein hübscher, klassischer Zopfpullover! Mit Lederflicken! Und dieses Grün! Und zufällig hatte ich von dem grün-braunen Laurits noch 4,5 Knäuel grüne Wolle übrig. Sollte das reichen?
Ich hab's einfach mal ausprobiert.
Allerdings hatte ich keine Lust, die Anleitung zu kaufen - die Zöpfe waren so kompliziert nicht, und für mein dünneres Garn hätte ich ohnehin alles umrechnen müssen. Mit den Erfahrungen von Lavandin - es zahlt sich aus, immer dasselbe Garn zu verstricken -  frisch im Kopf machte ich mich ans Werk. Erstmal studierte ich die Notizen bei Ravelry, wo ich lernte, dass die Passform der Anleitung wohl ohnehin nicht so fantastisch sei - zu kurz, und die Ärmel zu eng.
Ich beschloss, mich einfach an die bei Lavandin verwendeten Zahlen zu halten, um einen diese Saison passenden Pullover zu erhalten. Dann, beginnend mit dem Rückenteil, zählte ich mehr oder weniger ab, wo die Zöpfe anzusiedeln wären, damit sie auf der Schulter enden, und strickte fröhlich darauf los.
glatt links ist auch nicht langweiliger als glatt rechts... mal was anderes.
Unterwegs kam mir die Idee, einmal einen neue Lösung für den dicken Babykopf zu finden - Knöpfe auf der Schulter sind umständlich zu öffnen und zu schließen und auch nicht immer schön. Ich beschloss, den von Baby-Bodies bekannten "amerikanischen" Ausschnitt für die Pulloverstrickerei zu adaptieren.

Dafür druckte ich das entsprechende Musterteil von Schnabelinas Regenbodenbody aus und verwendete das als Vorlage.
Auflegen und vergleichen. 
Wie genau steht in meinen Ravelry-Notizen, aber im Endeffekt liegt das Geheimnis in einer Kombination aus verkürzten Reihen und sehr sorgfältigem Abketten.
Das hat gut funktioniert. Für das Vorderteil musste ich eine kleine Maschenprobe machen um herauszufinden, wieviele Zusatzmaschen ich brauchen würde - das Zopfpaneel würde das Pulloverteil sonst viel zu schmal machen (plus 12 Maschen). Dann einfach Zöpfe über drei Maschen und 8 Reihen stricken, das ging sich wunderbar aus mit den kleineren flankierenden Seilzöpfen (über 2 Maschen und 4 Reihen).
Vorder- und Rückenteil mussten dann gemäß der Markierungen auf dem Schnittmuster so aneinandergenäht werden, dass das Rückenteil die vordere Schulter überlappt, und dann konnte ich die Armkugeln von oben einstricken - 64 Maschen - und ab Achsel alle 8 Reihen 2 abnehmen, 80 Reihen, 44 Maschen.
10 Reihen Bündchen und Seitennähte schließen - Maschenstich für linke Maschen dauert ewig - und dann: fertig! (Ironischerweise ist dieser Pullover, basierend auf den Erfahrungen des Vorgängermodells, sowohl etwas schmaler - wohl durch die Zöpfe - als auch kürzer. Dafür hat er längere Ärmel. Aber das passt ganz gut so.)

Naja, noch nicht ganz fertig, denn es fehlte noch das Tüpfelchen auf dem "I" - Lederflicken! Allerdings hat mich eine dieser hier erwähnten Hosen gelehrt, dass echtes Leder bei häufig gewaschener Kinderkleidung keine gute Idee ist. Im Falle der Hose war es brüchig geworden und hing in Fetzen. Ich entschied mich dafür für synthetische, maschinenwaschbare Bügelflicken aus Velours, die ich etwa hälftig teilte und auf ein Oval mit ca. 8x6cm Größe zurechtschnitt - perfekt! (und einer übrig für ein zweites, ähnliches Projekt!)
Eine kurze Internetrecherche ergab Hinweise zur perfekten Platzierung, nämlich (in diesem Fall) etwa 8 cm vom Ärmelsaum und um 2/3 von der Mitte nach hinten (also Ärmelrückseite) versetzt. Der Flicken soll ja schließlich am Ellbogen sein, und der winkelt sich nach hinten ab. Unter einem Tuch liegend aufgebügelt und anschließend mit der Maschine festgesteppt sollte das eigentlich halten. Jetzt Ärmelnähte schließen und fertig!
Ich bin sehr zufrieden.Tragebilder gibt es dann nach Weihnachten.

Die harten Fakten:
Inspiriert von
Master Charles Sweater by Kate Oates
und meinem Vorgängermodell "Lavandin".
angefangen:  20. September 2017
fertiggestellt:  14. November 2017
Garn:  fairAlpaka Baby Merino 120 Superwash  (grün heather)
verbraucht: 225 g
Größe/Maße:
Brustweite:  28 cm
Saum bis Achsel:  23 cm
Saum bis Schulter: 36 cm
Halsweite:  13-15 cm
Ärmel bis Achsel: 25 cm

Eine erste Anprobe zeigt - das sitzt gut, Ärmel noch etwas lang. Wahrscheinlich eine 92, vielleicht sogar 98.

Samstag, 25. November 2017

Auch im Winter draußen sein 2. FO: Jawepu aus Softshell.

Eine winterwarme Matschhose haben wir, nun fehlte noch eine etwas wasserfestere Jacke. Nichts gegen den wunderbaren Tomten-Mantel - der zur Zeit noch etwa knielang ist - aber der ist nicht wirklich regenfest und durch den Schlamm geschleift möchte ich ihn eigentlich auch nicht sehen...

Also habe ich noch eine Softshell-Jacke genäht.
Der Stoff war ein online-Schnäppchen im Ausverkauf. Wenn er nass wird, kommt unter dem hellen Türkis ein etwas dunkleres Muster mit allerlei Piraten-Utensilien hervor.
Ist das cool, oder ist das cool? Junior weiß das leider noch gar nicht zu schätzen, aber hey, ich muss ja auch ein bißchen Spaß haben. Und aus dem gleichen Grund habe ich die Jacke auch gefüttert. Das ist bei Softshell eigentlich nicht nötig, da es ja innen schönen weichen Fleece hat. Aber ganz ehrlich - wer hätte da widerstehen können?
Möwen! Ich will auch eine Regenjacke mit Möwenfutter! Das ist eine ganz feine dünne Baumwolle, die ohne Richtung gemustert ist, perfekt für einen Futterstoff also.
Der Schnitt ist wieder ein kostenloses Schnittmuster von Schnabelina, Jawepu, in Größe 92. Auch hier wieder: einfach zu nähen, gut erklärt, guter Sitz. Ich habe alle Teilungsnähte mit Reflektorpaspel versehen, zum einen weil Paspeln super sind, und auch, weil man nicht genug Reflektor haben kann an einer Kinderjacke.
Deshalb ist auch Reflektorpaspel am Kapuzenrand, an den Taschen, und ein extrabreites, mit blauen Paspeln eingefasstes Reflektorband an den Ärmeln. (Es wäre besser gewesen, es mit dem gleichen Abtand zur Ärmelkante anzunähen, aber man kann offenbar nicht alles haben.)
Taschen, Kapuze und Bündchen sind mit blau-weißem Bündchenstoff eingefasst. Der Zwei-Wege-Reißverschluss ist dunkelblau und geht vom Bündchen bis zur Kapuze. Ich habe aus dem Futterstoff einen Untertritt mit Kinnschutz improvisiert - das war eine gute Idee!
Die Ärmel haben verdeckte Bündchen, dafür musste ich die Ärmel beim Zuschnitt um 3 cm verlängern. Das Bündchen an der Kapuze ist gut, weil es den Sitz etwas verbessert, aber das untere Bündchen würde ich in der Form nicht wieder annähen. Die Jacke ist auch etwas kurz. Und eigentlich taugt der Schnitt nicht für das etwas steife Softshell. Dafür war er auch nie gedacht, und deshalb sitzt die Kapuze ein bißchen komisch.
Wenn ich daher noch einmal einen Jawepu aus Softshell nähen wollen sollte, dann würde ich wahrscheinlich die Kapuze ändern, den Saum verlängern und kein Bündchen annähen. Andererseits entwickelt Schnabelina gerade einen eigenen Softshelljackenschnitt, und ich hoffe, dass er fertig ist, bis wir die nächste Größe brauchen. Vielleicht haben wir ja Glück.
Bis dahin funktioniert das aber schon ganz gut.

Donnerstag, 23. November 2017

Auch im Winter draußen sein. FO: Softshell-Hose nach Schnabelina.

Junior lernt laufen.
Junior will raus. Und laufen. Oder krabbeln. Oder im Dreck herumsitzen. 
Oder Bobbycar fahren. Was Kinder mit anderthalb so machen, auf dem Spielplatz. Das Novemberwetter interessiert ihn nicht.
Hier mit Tomten-Kurzmantel eingemummelt
Naja. So ganz stimmt das natürlich nicht. Kalte nasse Erde oder Steine an den Krabbelfingern findet er schon doof. Aber das hindert ihn nicht daran, draußen herumkrabbeln zu wollen oder sich beim Laufen üben immer wieder einmal abzulegen.
Und das ist ja auch alles gut und richtig und vor allem überhaupt kein Problem, wenn man eine Matschhose aus winterwarmen wasserabweisendem Softshell hat.
(Da die Hose quasi sofort und seitdem andauernd im Einsatz war bzw. ist, gibt es nur Bilder "in action". Sorry.)
 
Die Idee habe ich erstmals im Blog von Schnabelina aufgeschnappt und gleich nachgebaut.
Basis ist die Hose vom Jumpsuit (kostenloses Schnittmuster). Ich habe einen dunkelblauen Softshell in Jeans-Optik eine Nummer größer zugeschnitten (Größe 92) und an den äußeren Seitennähten je 3cm zugegeben. Das passt bequem über einen normale Hose. Außerdem habe ich am oberen Bund 2 cm zugegeben und ein extra-breites Bündchen angebracht - 15-20 cm sollten es schon sein, also 30-40 zuschneiden. Nach einigen Wochen im Dienst würde ich die Taille sogar noch höher machen - das Bündchen kann ruhig ganz unter den Achseln sitzen.
(Man kann natürlich auch einfach eine Latzhose nähen, aber das finde ich immer so umständlich beim An- und Ausziehen. Außerdem wollte ich das neue Material erst einmal mit einem kostenlosen Schnittmuster testen.)
 
Die Taschen sind eigentlich nur dekorativ, momentan benutzt er sie jedenfalls noch nicht. Ich habe sie mit weinrotem Bündchenstoff eingefasst und weinrot abgesteppt. Auch alle Nähte sind weinrot in der Nahtzugabe festgesteppt für einen rustikalen Jeanslook. 
Die Nähte sind nicht zusätzlich versiegelt, aber für unser Matschverhalten halten sie dennoch ausreichend dicht - vor einigen Tagen stand Junior in wirklich jeder Pfütze im Umkreis und kam dennoch mit trockenen Füßen heim.
Trockene Füße, da  ich auch hier wieder die Hosenbeine der (noch) zu langen Hose einfach unten zugenäht habe, um mir Schuhe oder Regenstiefel zu sparen. Er hasst Schuhe, und läuft noch nicht genug, um sie ihm aufzuzwingen, wenn er dann bei weiten Strecken ohnehin nur im Wagen sitzt.
 So trägt er Wollsocken oder Hausschuhe im zugenähten Hosenbein und kann gelegentlich wunderbar "barfuß" laufen üben - und hat trotzdem warme, trockene Füße. Perfekt.

Der gröbste Dreck wird nach der Heimkehr in der Badewanne von der Hose geduscht, bis zum nächsten Ausgang ist sie dann wieder trocken und einsatzfähig. Ab und zu kommt sie auch in die Waschmaschine und dort habe ich sie bisher einmal mit einem Spezial Imprägnierwaschmittel imprägniert. Bisher (nach 6 Wochen) ist sie trotz der extra Abnutzung an den Füßen immer noch dicht.
Bis die Hose in der Länge passt und gesäumt werden kann/muss, kann er dann hoffentlich auch gut genug laufen für richtige Regenschuhe...
Jedenfalls: Softshell-Hose? Würde ich wieder machen.