Dienstag, 21. Februar 2017

FO: Blauer Tomten.

Wenn es im Winter kalt wird, werden den Eltern sehr kleiner Kinder Schneeanzüge verkauft.
Einerseits ist das nachvollziehbar: Die Kinder sind von Kopf (Kapuze) bis Fuß (abknöpfbare Schuhe) warm eingepackt, es kann nichts hoch oder runter rutschen, niemand friert.
Allerdings kann sich auch niemand bewegen. Die ohnehin grobmotorischen Babies sind dank dicker "Daunen"-(naja. Polyester)Füllung fast bewegungsunfähig und sehen aus wie ein Seestern - wenn man sich gerade daran gewöhnt hat, einigermaßen gezielt nach Dingen zu greifen, ist das ganz schön frustrierend...
Hinzu kommt, dass das Anziehen keinem der Beteiligten Freude macht. Die Beine sind eng, die Ärmel sind enger, die Kapuze ist zu eng oder zu weit, und überhaupt - Handschuhe! am besten noch angenäht, diese Ärmel zum Umklappen. Junior mag das gar nicht...
Da es hier im Norden ohnehin selten schneit, und selbst wenn Schnee läge, dieses Baby jedenfalls noch nicht durch den Schnee krabbeln würde, ist auch der Vorteil "wasserfest" für uns nicht gegeben. Schlimmstenfalls wandelt er sich in den Nachteil "nicht atmungsaktiv".
Aber bevor ich nun beim einschlägigen Öko-Kindermodehändler einen Schurwalkwolloverall bestelle, sehe ich meine Chance...
Challenge accepted!
Was wird gebraucht?
Da die Beine in einem Lammfellfußsack stecken, müssen sie nicht verhüllt werden. Notfalls haben wir genug Decken.
-Eine Jacke.
Warm, weich, atmungsaktiv.
-Wolle.
 Auch für kältere Temperaturen als alleinige Außenjacke warm genug?
-ok. Dicke Alpakawolle - bis zu 8x wärmer als Schafwolle. Noch dazu besonders kuschelig.
Leicht an-und auszuziehen. 
-Natürlich der wunderbare Tomten von Elizabeth Zimmermann - extragroße Armlöcher, gut sitzende und das Gesicht gut umschließende Kapuze, zeitlos kraus-rechts, Reißverschluss...

Meine erste Version war aus dünnerem Garn entstanden und daher recht klein ausgefallen. Junior trägt diesen Tomten als nunmehr drittes Baby mit etwa 7-9 Monaten als normale Strickjacke im Haus, und wird bald herausgewachsen sein.

Dieses Mal wollte ich dem Rat der Originalanleitung folgen - wenn man die Größe für ein etwa 2jähriges Kind stricke, so Frau Zimmermann, könne man im ersten Winter die Ärmel und ggf. die Kapuzevorne zubinden (Handschuhe!). Im zweiten Winter passt dann alles und im dritten - beginnt man mit einem neuen Kind von vorne... Letzteres ist schwer zu planen, aber die nächsten beiden Winter wollte ich gerüstet sein.


Das Muster:
sollte bekannt sein. Wer für Kinder strickt, sollte mindestens einen Tomten gestrickt haben. Sage ich jetzt mal so. Dies ist mein dritter und sicherlich nicht letzter. 
ist wie gesagt modular, d.h. eine Grundzahl - hier die sieben - kommt in allen relevanten Arbeitsschritten vor. X x 7 Maschen Anschlagen, kraus rechts bis zum Armloch, dort X x 7 Maschen abketten, X x 7 Rippen Armausschnitt etc. pp.
Technik:
Anfängertauglich! Kraus-rechts ist einfachstes-nebenbei-stricken, sieht immer gut aus und ist dehnbar - wächst also auch mit. Es ist allerdings auch ein echter Wollschlucker.
Die Wolle:
Weil ich eine warme Winterjacke wollte, habe ich mir zwei Konen Babyalpakawolle DK in dunkelblau-heather von Fairalpaka bestellt und diese doppelfädig verstrickt. Das ergibt in der Stärke ein "bulky" und mit Nadel 4,5mm erziele ich genau die von Frau Z. vorgeschlagene Maschenprobe (und damit hoffentlich auch die von ihr vorgeschlagene Reinwachs-Größe). Das Garn ist ein Traum - warm und weich und flauschig und das Blau leuchtet und steht Junior wahnsinnig gut. Die Maschenprobe trägt er ja in Form einer Mütze schon länger... Und die 500g Konen führen dazu, dass man endlich einmal in Ruhe ohne Knoten vor sich hin stricken kann. Herrlich!
Änderungen:
Dieses Mal habe ich die Saum-und Ärmelkanten im 2r2l-Rippenmuster gestrickt. I-Cord ist zwar todschick, aber nicht ganz so elastisch, und enge Kanten sind unpraktisch. Außerdem wird es so etwas... frischer? Moderner? Finde ich... 
Außerdem habe ich die Kapuze wieder etwas größer gestrickt (2 zusätzliche Zunahmereihen) und mit einem Kontrastgarn (fairalpaka weinrot-heather fingering - aber vierfädig = bulky) zusammengenäht und mit einer roten Quaste versehen.
Und entlang der vorderen Kante bis hoch zur Kapuze habe ich einen xoxo-Zopf eingestrickt. Der heißt auch "hugs und kisses", weil im (angelsächsisch-amerikanischen) Internet "x" für Kuss und "()" für Umarmung steht. Das perfekte Muster für mein Baby also, und außerdem ein bisschen Abwechslung in dem ganzen kraus-rechts. Zwar zeigt sich schnell und deutlich, dassAlpaka kein ideales Garn für Zopfmuster ist,  trotzdem, mir gefiel es so gut, dass ich den Zopf in einer schmaleren 4Maschenversion auch auf der Ärmelmitte angebracht habe. Die Ärmel-Abnahmen habe ich seitlich dieses Zopfes gemacht.
Außerdem wollte ich dieses Mal Taschen - im Moment kann Junior damit zwar noch nichts anfangen, aber ich nehme an, dass nächstes Jahr allerlei kleine Schätze herumgetragen werden müssen. 
Auch diese Taschen habe ich im weinroten Kontrastgarn gestrickt, allerdings nur doppelfädig (=DK), sodass die Taschenbeutel nicht zu sehr auftragen. Eingestrickt habe ich sie nach dem Prinzip der "Afterthought Pockets", das EZ ebenfalls in Knitting without Tears vorstellt.

Dazu wird ein Faden zerschnitten, vorsichtig gelöst und die gewünschte Zahl nun freier Maschen auf Nadeln gelegt. Die Tasche wird dann in Runden in der gewünschten Tiefe gestrickt. Ich habe die "Seitennaht"-Maschen links gestrickt, damit sich die Tasche flacher legt, und sie mit 3-Needle-Bindoff abgekettet, und dann die komplette Abkettkante an die Jacke genäht - so kann die Tasche nicht ausbeulen und durchhängen. Erst wollte ich noch eine Taschenblende anbringen, aber mir gefällt es ganz gut, wie das Futter "blitzt"- ich lasse es erstmal so. Am schwierigsten war es, die Tasche richtig zu platzieren - ich habe mich dafür entschieden, sie etwas tiefer als halbe Strecke zwischen Saum und Ärmelloch anzubringen (nach 18 Rippen). Sie ist 12 Maschen vom Reißverschluss entfernt und 14 Maschen breit - allerdings musste ich aufgrund des dünneren Taschenbeutelgarns in den ersten Runden aufs 2x29 Maschen (je 1 Falz-Masche) zunehmen, um den Unterschied in der Maschenprobe auszugleichen. Und wenn die Tasche innen etwas größer ist als von außen sichtbar, schadet das schließlich nichts.

Das schwierigste aber war das Einnähen des Reißverschlusses. Ich hatte bei Schneiderbedarf Werner einen 50 cm langen, teilbaren Zwei-Wege-Reißverschluss gekauft*, damit ich die Jacke von unten öffnen kann- wenn Junior im Wagen sitzt, kann er so leichter angeschnallt werden, und man kann bspw. im Supermarkt etwas "lüften" ohne die Jacke ausziehen zu müssen...
Um es kurz zu fassen: nach mehreren Fehlversuchen habe ich jede 10. Rippe mit einer Nadel markiert und dann den Reißverschluss mit Reihgarn so geheftet, dass 10 Rippen 6,5 cm entsprach. 

Dann mit der tollen neuen Nähmaschine und dem noch tolleren Reißverschlussfuß ganz knappkantig angenäht. Das hat endlich wunderbar funktioniert, ohne dass Jacke oder RV später Wellen schlugen. Allerdings hatte ich mich verrechnet- 10 Reihen hätten 7cm entsprechen müssen... So war mein Reißverschluss auf einmal ganze 5 cm länger - zu lang?
Der Vorteil ist, dass ich auf diese Weise das Kind gut verhüllen kann - die zur Zeit noch etwas große Kapuze schließt gut ab und ersetzt eine Mütze, und zukünftig muss man ja nicht bis oben hin zuziehen. 

Allerdings hat er dann eben immer Reißverschlusszacken im Gesicht, und auch wenn diese nicht aus spitzem, kalten Metall sind, sondern aus Kunststoff, so ist das wahrscheinlich nicht so bequem. Eine gutaussehende Lösung ist mir leider noch nicht eingefallen...
Auftrennen ist jedenfalls keine Option, denn ich habe bereits das Reißverschlussband innen mit einem Webband übernäht, um die Kanten aufzuhübschen und weiter zu stabilisieren - die Jacke wiegt etwa 600g und würde durch das Gewicht sehr ausleiern.
Außerdem - ist das nicht süß? Wale! Und die Farben passen perfekt!
Auf die ursprünglich geplante rote I-Cord-Einfassung entlang der vorderen Blende habe ich dann doch verzichtet - die kraus-rechte Kante sieht ordentlich aus, die Maschinennähte passen gut ins Muster, liegen genau neben dem Zopf und müssen nicht verdeckt werden...

...und die Kontrastfarbe sollte nur einen Akzent setzen, nicht zu dominant werden. Daher muss ich die etwas zu breit rot abgeketteten Ärmelbündchen wahrscheinlich noch einmal neu oder anders machen, aber zur Zeit ist die Jacke schon im Einsatz - und ich habe im Moment keine Lust...
Wie man sieht ist die Jacke tatsächlich im Moment noch etwas zu groß. Eher ein knielanger Kurzmantel. Das heißt aber nur, dass Junior im Wagen auch Po und Oberschenkel von der Jacke gewärmt bekommt. Mit langen Ärmeln gibt es warme Finger, aber sie lassen sich leicht hochgekrempeln und ermöglichen das Herumfingern mit dicken Babyfingern. Sehr wichtig.
Ich denke, ein zwei weitere Winter wird er die Jacke bestimmt noch tragen können. 
Misson erfüllt!


Anders als dieses Foto vermuten lässt, trägt er die Jacke übrigens sehr gerne und freut sich, wenn wir damit ankommen. Das Anziehen ist nun kein Kampf mehr, und ich finde ihn extra-niedlich - alle sind glücklich. :-D
Die harten Fakten:
 Tomten Jacket by Elizabeth Zimmermann 
Troddel: https://www.purlsoho.com/create/2013/07/18/tassel-tiny-attached-tassel/
angefangen: 2. Januar 2017
fertiggestellt: 13. Februar 2017
verbraucht: 596g in blau, 28g rot
Größe/Maße: "etwa 2 Jahre" - mit viel Weite zum Drüberziehen über normale Kleidung
 60 cm Unterbrustweite
30 cm Saum-Achsel 
49 cm Saum-Schulter
25 Ärmel (Saum-Achsel)
Nadeln: Chiaogoo 4,5mm für blau, 3mm für Taschen.
Maschenprobe: 18Mx34R in kraus-rechts
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen, 50 cm langer 6mm breiter Zwei-Wege-Reißverschluss, etwa 1,5 m Webband.
Kosten: Garn anteilig etwa 50 EUR, RV 3,99 EUR, Webband... tja. 5 Euro? Zusammen etwa 68-69 Euro. Kein Schnäppchen, aber immer nicht teuerer als der einschlägige (und sehr geschätzte) Öko-Walkwollbabyshop...und etwas individueller. Und wahrscheinlich mit längerer Laufzeit.


*ich kriege nichts dafür, dass ich Namen oder Händler nenne. Aber ich habe dort gute Erfahrungen gemacht und will den Laden wiederfinden. Wenn er zwischenzeitlich nicht pleite geht, weil andere Kunden den Weg finden, ist auch das in meinem Interesse. Und ich fand großartig, dass ich den RV in zentimetergenauer Wunschlänge hätte bestellen können. Unschlagbar günstig war er ohnehin.

Samstag, 18. Februar 2017

Bastelage. Eine Lampe als Ballon.

Da Junior zwischen den Jahren in sein eigenes Zimmer umgezogen ist (sie werden so schnell groß!) brauchte er ein bißchen Einrichtung.
Vorhänge hatten wir noch im gestreiften Stoff. Check!
Wickelkommode ins Kinderzimmer räumen. Check!
Heizstrahler ab- und wieder anmontieren. Check!
Ein großartiges Gitterbett haben wir bei Ebay ergattert und neu nur neu streichen (lassen). Die Matratze war ein Weihnachtsgeschenk aller Großeltern.

Jetzt fehlte noch eine Lampe.
Da die Schlafzimmer im Souterrain liegen, ist die Deckenhöhe bei etwa 2.10 m. Das macht eigentlich jede Form von Hängelampe schwierig. Und Strahler sind so ... nun ja. Erstmal war ich ein bißchen ratlos.
Wer sich aber mit ein bisschen Zeit im Bastelnetz oder bei Pinterest herumtreibt, kann die tollsten Inspirationen mitnehmen.Und so stieß ich auf diese wunderbare Idee, eine Reispapierlampe in einen Kuscheltier-Heißluftballon zu verwandeln.
Erstmal mussten wir zu Ikea, um den Lampenschirm zu kaufen.
Dort haben wir auch dicke rote Schnur gefunden und natürlich die Lampenfassung - mit langem rot ummanteltem Kabel.
Den "Ballonkorb" gab es im Baumarkt in weihnachtlichem Rot - flugs den Henkel abgemacht und (in Teilen) neu gestrichen.

Dann musste der eigentliche "Ballon" etwas Farbe bekommen - ich habe die 8 einzelnen Segmente mit Bleistift freihändig gedrittelt und dann mit preußischblauer Guache angemalt. Das fand ich ganz schön schwierig, aber es ist wider Erwarten einigermaßen regelmäßig geworden.
Die rote Schnur habe ich mit Pattex entlang der Segmentübergänge geklebt und dann unten den Korb angeknotet. Flugs ein paar Sandsäcke aus Stoffresten und eine Wimpelkette* improvisiert und voilà!
Fertig ist der Reiseballon!

Ehrlich gesagt hat dieses Projekt mich ganz schön lange beschäftigt - erstmal musste ich die richtige Streifenproportion herausfinden, und dann ganz schön lange Anlauf nehmen, bis ich mich ans Bemalen getraut habe. Wenn die Lampe leuchtet, sieht man auch den unregelmäßigen Farbauftrag. Tja. Die Wimpelkette (aus Textilklebeband) hat ewig gebraucht zu kleben und ist m.M.n. etwas zu klein in der Proportion - egal. Und Paddington ist eigentlich auch etwas zu groß als Ballonführer, aber das geplante gestrickte Kuscheltier ist eben (noch) nicht fertig. Oder angeschlagen. Oder ausgewählt. (Ich warte auf die Anleitung für den Dachs - der ist soooo toll!) Aber so geht es auch.
Und was die niedrige Decke angeht - da ist so ein Ballon natürlich genau richtig! (nicht..) Aber er hängt jetzt dank des langen roten Lampenkabels über dem Fußende des Bettes und fasziniert Junior ungemein.
Alles super!

Jetzt noch ein paar Regale und ein Lumpenteppich und vielleicht irgendwann später noch ein Quilt und das Zimmer ist fertig!

Donnerstag, 16. Februar 2017

Wie vor Jahr (7) und Tag (1) und Monat (1)...

Liebe LeserInnen, die Ihr hier immer noch treu und regelmäßig vorbei schaut - habt Dank!
Und ein frohes neues Jahr!
Vor sieben Jahren und 1 Monat - am 15. Januar 2010 - habe ich hier angefangen, meine Projekt zu verfolgen. Wow. Ganz schön lang!
Im Moment ist das Bloggen allerdings stark eingeschränkt, was zum einen an geringer Schreibtischzeit liegt, und zum anderen daran, dass kurz vor Weihnachten mein Fotoapparat den Geist aufgegeben hat. Genau genommen erkennt er die Speicherkarte nicht mehr. Mit etwa 5 Bildern auf dem internen Speicher kommt man nicht weit. Zwar benutze ich die Kamera seit langem schon fast ausschließlich nur noch zum Bloggen - also um meine Projekte zu dokumentieren und die Posts zu bebildern - aber so macht das echt keine Freude.
Fotografieren kann ich also nur noch mit dem Handy. Das Handy, das nun auch schon etwa 3,5 Jahre auf dem Buckel hat - und ebenfalls regelmäßig die Speicherkarte frisst. Diese habe ich nun endlich einmal neu gekauft, sodass die darauf gespeicherten Daten sicher sind (hoffentlich), aber. Die Fotos per Kabel auf den Rechner zu ziehen, um sie sortieren, ggf. nachbearbeiten, vor allem aber: löschen zu können -- das frisst viel Zeit. Löschen ist notwendig, weil ich mit dem Handy viel Alltagsmist fotografiere - kurze Bildnachrichten per Whatsapp mit dem Angebot im Supermarkt beispielsweise. Das landet dann in bis zu drei verschiedenen Ordnern (Whatsapp Media, Whatsapp Sent, etc) und haut mir nicht nur  den Smartphonespeicher voll - es muss auch nicht unbedingt für die Ewigkeit bewahrt werden. Zur Zeit versuche ich also, Ordnung in dieses Chaos zu bringen.
Zugleich  bastele, nähe und stricke ich natürlich weiter lustig, allerlei hübsche Dinge, die ich aber leider nur unzureichend fotografieren kann. Daher stockt und stottert das Blog hier so vor sich hin. Seht es mir bitte nach! Bald geht es weiter, und zwar hinten - mit einem Nachtrag zu Weihnachten und der Zeit zwischen den Jahren.
Es erwarten Euch:
-festliche Babykleidung
-fantastische Kinderzimmereinrichtung
und eine großartige neue warme gestrickte Winterjacke für Junior.
Für mich stricke ich zur Zeit gar nicht, das dauert mir zu lange und frustriert. Immerhin bin ich dabei, gezielt und vorsätzlich Gewicht zu verlieren, damit ich
a) gesünder (nicht krank) werde
b) mich wohler fühle
c) mit Junior mithalten  und vor allem
d) lauter neue Pullover in dann passenden, kleineren und schneller zu strickenden Größen anfertigen kann.
Dauert halt noch ein bisschen.
Wen die Kindersachen langweilen, der darf gerne in einem Jahr wieder vorbeischauen.
Bis dahin ändert das Blog seine Inhalte, aber nicht seine Intention: die Projekte, die ich im Jahr so zusammenbastele, zu dokumentieren und meine Projektnotizen zum was geht/was nicht/warum so aufzubereiten, dass ich (und andere) bei zukünftigen Projekten darauf zurückgreifen kann.
In diesem Sinne - auf die nächsten sieben Jahre!

(Edit: nachträglich um Links ergänzt.)

Montag, 26. Dezember 2016

Festlich für Weihnachten.

Weihnachten soll das Baby natürlich schick aussehen.
Deshalb gibt es eine neue Hose - allerdings zum Mitwachsen.
Diesmal wird es keine Pumphose, sondern die Näähglück Hose mit etwas adaptierten Größen.
In der Weite habe ich die Größe 110/116 gewählt, damit sie nicht zu knapp ist und das sehr mobile Krabbelbaby nicht in der Bewegungsfreiheit einschränkt. Das war vielleicht etwas großzügig, aber hey. Die Länge ist 86, also die als nächstes anstehende Kleidergröße, die angeblich auch noch eine Weile halten wird. Ab jetzt flacht die Kurve des Längenwachstums angeblich etwas ab, sodass man nicht alle 4-6 Wochen etwas neues braucht. Das Bündchen in Größe 86/92 mit der doppelten Breite am Bauch sollte ebenfalls noch eine Weile passen.

Der graue Stoff ist eine Mischung mit 2% Elasthan und 30% Viscose - weich und weichfallend. Sozusagen bügelfrei... bequem, ein bisschen warm, und im Flanellhosenlook schick, ohne unbequem zu sein.
Dazu habe ich dem Baby einen Schlips aus einer abgelegten Krawatte des Meinigen gebastelt. Das war gar nicht schwer - kürzen, und den Knoten um einen Knopfgummi binden. Der Knopfgummi lässt sich leicht verschließen und das Baby kann sich nicht strangulieren. (Anleitung von hier: http://www.vanillajoy.com/boys-tie-tying.html) Unter dem Pullunder stört sie auch sonst nicht beim Auf-dem-Bauch-rutschen.
"Genscher" kommt so auch zu seinem Recht- allerdings immer noch etwas groß.
Okay, man kann sich bestimmt darüber streiten, ob man Krabbelkinder wie kleine Erwachsene "verkleiden" soll -- aber das wichtigste ist doch, dass es bequem ist.
hier mit dem neuen besten Freund
 Alles andere (Farben, Muster, Material) ist dem Baby im Moment noch egal (das wird sich bestimmt bald ändern...) Und mir gefällt es besser als die ganzen dämlichen Teddy-Ohren an jeder gekauften Mütze oder Kapuze. Wenn schon Verkleidung, dann wenigstens als Mensch.

Samstag, 17. Dezember 2016

Keksdosen.

Es ist wirklich erstaunlich, wieviel Geld man für eine hübsche Keksdose ausgeben kann.
Dabei bekommt man sie häufig gegen einen "geringen" Aufpreis dazu! Viele Bonbons, Kekse, Marmelade o.ä. werden in Blechdosen verkauft, und tatsächlich bin ich Teil genau der Zielgruppe, die in einer hübschen Dose auch Dinge kauft, die sie nicht braucht...

Einige der Dosen sind aber gar nicht hübsch, sondern nur mit dem "normalen" Markenaufdruck und den Nährwertinformationen bedruckt. Nun habe ich ja schon öfter versucht, mittels Serviettenkleberei hübsche Geschenkverpackungen zu erhalten. Als es aber neulich bei Aldi eine Anfängerpackung Kreidefarben gab, habe ich einmal etwas anderes versucht...
Naja. Eigentlich nicht wirklich anders, wenn ich es genau bedenke.
So geht's: Keksdosen mit Kreidefarben grundiert, Lieblingshase aus Servietten ausgeschnitten und auf die Deckel geklebt, und mehrfach mit Parkettlack (Polyurethan) lackiert. ModPodge ist ja schön und gut, aber ich will stoßfest und kratzfest und wasserfest, und da gehe ich eben auf Nummer sicher.
In die Spülmaschine würde ich die Dosen zwar immer noch nicht tun, aber feucht abwischen ist überhaupt kein Problem.
Man kann es auf dem Bild nicht so genau sehen, aber die Dosen sind alle unterschiedlich farbig: die kleinste ist rosa, die mittlere hellblau, die größte grau. Die Deckel habe ich allerdings alle im zweiten Gang mit dünn mit weiß überstrichen, damit der Hase einen hellen Untergrund hat.
Gefällt mir ausnehmend gut, viel schöner als das Sammelsurium unterschiedlich hässlicher Keksdosen, das wir sonst so haben. Muss mich arg beherrschen, nicht die anderen drölfzehn Dosen (plus Kerzen und Teller) genauso zu bekleben. Der Hase ist zwar toll, aber man kann auch zuviel des guten haben. Wobei - die eckige Stollendose vielleicht noch? Hmmm. Noch so viel zu tun bis Weihnachten.

Zum Glück bekommen nur 8 Neffen/Nichten und 1 Patenkind Geschenke. Das ist alles fertig bis auf 1 Neffe, der sich warme Socken wünscht. Da eine persönliche Übergabe angestrebt wird, habe ich dafür bis zum 27. Dezember Zeit.

Und Junior soll ins eigene Zimmer ziehen - dafür will ich noch einiges fertigstellen. Ein Teppich. Eine Lampe. Regale. Und wieso haben eigentlich "alle" einen Hasen (oder Elefanten), nur mein Babylein nicht? Skandal!

In diesem Sinne eine geruhsame Weihnachtszeit. Erholt Euch gut!

Montag, 5. Dezember 2016

Schick in Strick.

Wir haben vor ein paar Jahren von Fleurop eine Vase bekommen, in der sich ein schöner Blumenstrauß befand. Die Vase ist praktisch, da sie dickwandig und schwer ist und stabiler steht als unsere andere hohe schmale Vase - aber schön ist sie wahrhaftig nicht.

Bis wir uns also etwas schönes leisten können, hat sie neues Gewand bekommen. Wofür hebe ich denn alles auf wie ein Hamster? Dies war mal der Ärmel meiner ehemaligen Lieblingsstrickjacke.
 Den oberen Rand habe ich mit einem elastischen Overlockstick versäubert und drei Runden Naht mit Gummibandunterfaden genäht.

So hält sie "dicht" und stramm über der Vase und die Amaryllis haben es schön warm.
Der Meinige findet es furchtbar. Ich finde es besser als vorher.

Samstag, 3. Dezember 2016

FO und Fazit: Babyschuhe "Little Chausses".

Ich habe für Junior wirklich viel gestrickt, Ihr und das Blog, Ihr könnt das bezeugen. Allerdings war darunter nicht ein einziges Paar Babyschuhe. Weiß der Himmel warum, stricke ich doch sonst immer mal wieder welche als kleines Willkommensgeschenk, meistens die Saartje Booties. Vielleicht dachte ich auch, dass von diesen noch irgendwo ein Paar herumfliegt, das ich für Junior nehmen kann.
Im Endeffekt war das nicht so.
Zum Glück haben wir mehrere Schuhe geerbt (aber nicht fotografiert), und eins wurde uns explizit geschenkt und auch viel getragen.
Eine Freundin meiner Mutter hat sie gestrickt, ich vermute aus weißer Sockenwolle. Das Muster ist ein alter Klassiker, das ich noch verlinke, wenn ich es bei Ravelry finde. Ich glaube, ich habe sie selbst auch schon einmal gestrickt, damals zu Beginn meines Studiums, das dürfte jetzt etwa 20 jahre her sein. Ich glaube, meine Mutter hatte damals einen ziemlichen Schrecken bekommen, als ich in den ersten Semesterferien zu Hause Babyschuhe strickte (in blau mit gelb)... Sie gingen an einen Mitbewohner, der damals unerwartet und ungeplant Vater wurde. (Autsch. Dieses mir völlig unbekannte Baby ist auch schon volljährig.)
Diese Schühchen fuhren auch im Sommer immer propylaktisch im Kinderwagen mit, falls es doch zu kalten Füßen kommen würde. Allerdings werden sie langsam zu klein. Also mussten neue her, größere. Passend zur ersten Ohrenmütze schlug ich die Little chausses von Solenn Couix-Loarer an- die Anleitung gibt es im Doppelpack mit der zu dieser Mütze, die ich sehr gerne mag (und alle verschenkt habe. Argh.)
So sehen sie aus.
Sagen wir, ich bin nicht wahnsinnig begeistert. Ich sage Euch auch, warum.


Das Muster:
Die Anleitung für die "Little Chausses" ist eine englischsprachige Kaufanleitung, die im Doppelpack mit der Anleitung für die "Little Heaume" Mütze verkauft wird. Zusammen kosten sie etwa 4 Euro - kann man also ruhig mal machen. Es handelt sich um kraus rechts gestrickte Babystiefelchen, die ein bisschen an Cowboystiefel erinnern - vielleicht assoziiere ich das aber auch nur wegen der Spitze im Schaft. Die Anleitung ist für zweifarbige Stiefelchen, was ich ganz niedlich finde und sicher auch gut, um Reste aufzubrauchen.
Technik:
Kraus-rechts sieht ja immer gut aus - hier strickt man vom Schaft abwärts in Reihen. Dabei soll man zudem zwei Zacken einbauen, die durch gerichtete Zunahmen beidseitig einer abgehobenen Masche (Spitze hoch) bzw. ebensolche doppelte zentrierte Abnahmen (Spitze runter) entstehen. Nicht schwierig, aber auch nicht superbabyleicht. Wenn der Schaft fertig ist, strickt man den Fußrücken und von dort ausgehend die Sohle, die mit den Fußmaschen zusammengestrickt wird. Geschickt eingesetzte Maschenmarkierer helfen, dabei nicht den Überblick zu verlieren. Ich fand es etwas kompliziert und auch seltsam "eckig" im Resultat - eckiger, als mich die Fotos auf der Anleitung vermuten ließen. Wenn die Sohle fertig ist, wird der Stiefelschaft hinten zusammengenäht. 
Insgesamt fand ich es unnötig kompliziert für den Effekt - ich habe einfachere Anleitungen, die ich hübscher finde. Daher würde ich diese Schuhe nicht wieder stricken, aber das ist sicher Geschmackssache.
Die Wolle:
Lana Grossa Cool Wool natürlich. Bei den neuen Preisen muss ich mich wohl leider nach einem neuen Brot-und-Butter-Garn umsehen, aber bis dahin habe ich noch reichlich. Außerdem sollen sie zu dieser Mütze passen. Beides geht dann an ein Baby, das seit Freitag überfällig ist.
Änderungen:
Dünneres Garn, mehr Maschen. Details sind auf der Projektseite bei Ravelry.
Die harten Fakten:
Little chausses by Solenn Couix-Loarer
angefangen: 28.10.2016
fertiggestellt: 30.10.2016
Garn: Lana Grossa Cool Wool  in marineblau (414) und türkis (598)
verbraucht: offenbar nicht gewogen, aber ich schätze, dass die Stiefel zusammen etwa 30g wiegen.
Größe/Maße: etwa 6 Monate altes Baby
Nadeln: Bambusnadeln 3mm
Maschenprobe: 26M x 56R = 10x10cm
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen
Kosten: Anleitung war geschenkt. Wolle etwa 4 Euro